Banken und Corona – Chance für Veränderung!?

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2020 war bisher sicherlich anders und hat einen unerwarteten Verlauf genommen. Die COVID-19-Pandemie hat fast jeden Aspekt des Lebens umgekrempelt: von der persönlichen Interaktion (wie Menschen leben und arbeiten) bis hin zu geschäftlichen Beziehungen (wie Unternehmen mit ihren Kunden interagieren, wie Kunden Produkte und Dienstleistungen auswählen und kaufen, wie Lieferketten funktionieren).

Die Krise hat zugleich bewiesen, dass bestehende und vertraute Abläufe durchaus anders bewältigt werden können und die Normalität, wie wir sie heute kennen, nicht als alternativlos betrachtet werden muss. Die Normalität ist vielmehr eine Variable, die man sich selbst schaffen und neugestalten kann. Das gilt für Individuen genauso wie für Unternehmen und sogar ganze Wirtschaftssektoren.

Eine besondere Bedeutung bei der Bewältigung dieser Krise und der Gestaltung der neuen Normalität kommt insbesondere dem Bankensektor zu

ConMendo hat die Auswirkungen der Pandemie auf Banken untersucht. Hierfür wurden mit Hilfe von Interviews mit Führungskräften mehrerer innerdeutscher und europäischer Banken eine Vielzahl von Eindrücken und Erkenntnissen gesammelt und mit den Ergebnissen unserer #ConMendo Covid 19-Survey verknüpft.

Dabei zeigt sich folgendes Bild: 90 % aller Befragten aus dem Bankensektor erwarten, dass die COVID-19-Krise nur kurz- oder mittelfristig andauern wird. Gleichzeitig wird prognostiziert, dass diese Krise die Art und Weise, wie zukünftige Banking betrieben wird, grundlegend verändern wird, mit nachhaltigen Auswirkungen auf die angebotenen Dienstleistungen für ihre Kunden.

Die Frage, die beantwortet werden muss, lautet: Werden es die Banken schaffen, die Krise zu ihrem Vorteil zu nutzen und den vor der Krise bestehenden, dynamischen Änderungsdruck weiter in die Neupositionierung ihrer Geschäftsmodelle zu lenken?

Banker arbeiten im Homeoffice

Das Bankwesen ist eine Branche, die auf Vertrauen aufbaut. Verkürzt heißt das: Kunden setzen darauf, dass Banken mit ihren Geldern sensibel umgehen, und die Banken müssen ihren Kunden vertrauen, dass diese die gewährten Kredite zurückzahlen. Um diese Vertrauensbasis zu institutionalisieren, müssen Banken eine Vielzahl interner Prozesse und Verfahren befolgen, um Risiken zu minimieren und gleichzeitig ihre Geschäftschancen zu unterstützen. Heute entsteht manchmal der Eindruck, dass diese Prozesse oft schnelle und dynamische Entscheidungen verhinderten und somit Innovation und Wandel verlangsamen und schnelle Reaktionen in Krisen behindern.

Corona hat nun einige dieser Prozesse und Verfahren in Frage gestellt. 80% aller Befragten des #ConMendo Covid 19 Surveys sind der Ansicht, dass Prozesse und internen Strukturen in den Unternehmen überprüft werden müssen.

Während der Krise wurden Prozesse schnell angepasst, um in einer virtuellen Welt ohne persönliche Treffen tätig sein zu können. Corona hat gezeigt, dass Prozesse – mit kleinen Anpassungen – unter unterschiedlichen Umständen bestehen bleiben können, ohne die vorgegebenen Standards aufzugeben.

Abteilungen, wie z.B. Tradingfloors, die umfangreichen Compliance-Vorschriften unterliegen und in denen es bis dato undenkbar war, dass Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, haben die Arbeitsbedingungen ändern können: Die Compliancestandards konnten auch unter veränderten Rahmenbedingungen bei gleichzeitig hohem Dienstleistungsniveau eingehalten werden.

Die Banken werden sehr wahrscheinlich ihre Prozesse funktionsübergreifend überarbeiten und ihre Arbeitsweise in Teilen überdenken. Große, kostspielige Büros werden in Zukunft möglicherweise nicht mehr benötigt und könnten durch kleinere und agilere Arbeitsbereiche ersetzt werden, um so auch den Bedürfnissen der MitarbeiterInnen entgegenzukommen.

Die Rolle der Banken in neuem Licht

Die Auswirkungen der Pandemie beschränkt sich für den Bankensektor aber nicht auf interne Prozesse. Die Krise hat den Banken die Möglichkeit gegeben, ihr zuweilen negatives Image in das eines Sektors von Unterstützern und Partnern in schwierigen Situationen zu verlagern. Die Banken spielen eine grundlegende Rolle bei der Bereitstellung staatlicher Mittel an Unternehmen, die von der Krise betroffen sind. Banken haben intensiv gearbeitet, die Wirtschaft zu unterstützen.

Diese Aktivitäten waren sicherlich vertrauensfördernd. Gerade in Krisenzeiten haben die Menschen erkannt, auf wen sie sich verlassen können und mit wem sie in Zukunft arbeiten wollen. Dies bestätigt auch unsere Befragung: Über 70% der Befragten der #ConMendo Covid 19 Umfrage glauben, dass die Krise gezeigt hat, wem sie vertrauen können, und haben deshalb eine neue, aktive Auswahl von Geschäftspartnern für die Zukunft eingeleitet.

Jetzt ist es an der Zeit, dieses wieder gewonnene Vertrauen auszubauen und Kunden zu zeigen, dass Banken wieder als Gestalter wahrgenommen werden.

Veränderte Kundenbedürfnisse

Hygienestandards und social distancing während der Pandemie haben selbst die technologiescheuesten Menschen dazu bewegt, Apps oder drahtlose Zahlungsoptionen zu nutzen.

Die Geschwindigkeit, mit der moderne Technologie entwickelt wird, hat dazu geführt, dass die traditionell langsamen Finanzinstitute Milliarden investieren mussten, um für die Kunden relevant und wettbewerbsfähig zu bleiben. Technologie verändert alles – ihre Verwendung ermöglicht es Banken, potentere Ermöglicher von erhöhtem Service mit reduzierten Kosten zu werden; Innovation ist unerlässlich.

Die Krise hat den Banken gezeigt, dass sie sich schnell bewegen und ihre Produkte und Dienstleistungen an die veränderten Kundenbedürfnisse anpassen können. Bei der Verwendung digitaler Produkte hat sich ein massiver Wandel vollzogen. Einige Banken sagen, dass die Downloads und die Nutzung ihrer digitalen Dienste seit Beginn von Corona um 90 % gestiegen sind.

Die Banken bestätigen, dass die Digitalisierung inzwischen ein Muss geworden ist: Fast 90 % der Befragten der #ConMendo Covid 19-Umfrage konstatieren, dass die Digitalisierung in Zukunft noch wichtiger werden wird, und 86 % der Befragten geben an, dass die Krise ihnen gezeigt hat, dass neue Lösungen schnell implementiert werden können, wenn der Umsetzungsdruck hoch genug ist.

Banken haben während der Krise gezeigt, dass sie in der Lage sind, sich schnell anzupassen und relevante Technologie bereitzustellen, dabei gleichzeitig Vorschriften und Prozesse einhalten.

Es erscheint aus unserer Warte wichtig, dass Banken nun diese positive Dynamik beibehalten und weiter daran arbeiten, das Bankwesen zu modernisieren, ihre Positionierung zu schärfen und entlang der Kundenbedürfnisse Dienstleistungsangebote zu etablieren, die sie auch hinsichtlich des wirtschaftlichen Erfolgs voranbringen.

Was kommt nach Corona?

Corona hat die Bankenwelt verändert: Die Krise hat Veränderungen möglich gemacht, die vorher in der Umsetzung Jahre gedauert hätten. Auch hat die Krise es Bankangestellten ermöglicht, vermehrt von zu Hause aus zu arbeiten und dank digitaler Kanäle trotzdem weiterhin den bestmöglichen Kundenservice zu gewährleisten.

Es ist wünschenswert, dass die Banken die positive Dynamik nutzen, um das Banking der Zukunft weiter aktiv mitzugestalten und in ihren Anstrengungen nicht nachlassen. So können die Gestaltungselemente Digitalisierung, kultureller Wandel und die Innovation für die Neupositionierung weiter genutzt und ausgebaut werden.

Sprechen Sie uns gerne an und profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung. Weitere Informationen:

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