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HR in der Krise – Wie der Personalbereich Unternehmen durch schwere Zeiten navigiert

In wirtschaftlich unsicheren Zeiten stehen Unternehmen vor enormen Herausforderungen: Lieferketten brechen zusammen, Märkte schrumpfen, Geschäftsmodelle veralten, Umsätze sinken dramatisch. Häufig ist dann eine Restrukturierung als besondere Form der Transformation unausweichlich. Bei einer Restrukturierung werden tiefgreifende strategische, finanzielle und organisatorische Maßnahmen vollzogen, die darauf abzielen Unternehmen wieder auf den Erfolgskurs zu bringen. Unsere Erfahrungen aus den letzten Jahren zeigen, dass ein entscheidender Faktor über Erfolg oder Misserfolg in der Krise bzw. Restrukturierung entscheidet: Die Menschen im Unternehmen. Und genau hier kommt die Personalabteilung (HR) ins Spiel.  

Die HR-Abteilung ist mehr als nur eine Verwaltungsinstanz für Gehälter und Verträge. In Krisenzeiten wird sie zum strategischen Navigator, der maßgeblich dazu beiträgt, Unternehmen stabil zu halten und zukunftsfähig zu machen. Vier zentralen Handlungsfeldern kommt eine Schlüsselrolle zu: 

1. Kommunikation und Transparenz 

Verunsicherung ist eine der größten Gefahren in Krisenzeiten. Gerüchte, Ängste vor Jobverlust oder Unsicherheit über die Zukunft des Unternehmens können Motivation und Produktivität der Belegschaft erheblich beeinträchtigen („Die besten Leute gehen zuerst.“).  

HR muss als Vermittler agieren und für eine klare, transparente Kommunikation sorgen. Sei es durch regelmäßige Updates der Geschäftsführung, Betriebsversammlungen oder individuelle Gespräche mit MitarbeiterInnen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, den MitarbeiterInnen ehrliche und regelmäßige Einblicke in die Unternehmenslage zu geben. Nur wenn sich die Menschen informiert und ernst genommen fühlen, bleiben sie motiviert und engagiert. Die Mitbestimmung ist hierbei als ein entscheidender Partner zu begreifen für einen konstruktive Krisenbewältigung. 

2. Strategische Flexibilität und operative Umsetzung 

Unternehmen, die schnell auf Veränderungen reagieren können, sind oft besser für eine Krise gewappnet. HR spielt hierbei eine zentrale Rolle, indem es neue Arbeitsmodelle entwickelt, auf (rechtliche) Rahmenbedingungen achtet und Lösungen für produktives Arbeiten in schwierigen Situationen schafft. Hierfür muss ganzheitlich und diskussionsoffen an den vier Stellschrauben Arbeitsmenge, -zeit, -kosten und -inhalte angesetzt werden. Eine strategische Personalarbeit kann (betriebsbedingte) Kündigungen zumindest in Teilen verhindern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichern. 

Gleichzeitig müssen strukturelle und personelle Veränderungen operativ umgesetzt werden. Hierfür ist ein Personalbereich erforderlich, der in hoher Qualität und Geschwindigkeit administrative Prozesse souverän abwickelt. Investitionen in das „Brot und Buttergeschäft“ (z.B. Qualität der Stammdaten, digitales Dokumentenmanagement) zahlen sich gerade in der Krise aus. 

3. Mitarbeiterbindung und Unternehmenskultur 

Es klingt paradox, aber gerade in der Krise kommt es auf Mitarbeiterbindung an. Denn eine unkontrollierte Attrition wirkt oftmals als Krisenverstärker. Auch der Wettbewerb nutzt gerne Krisensituationen als temporäre Talentquelle. Daher gewinnen gerade in Krisenseiten die Themen Bindung und Kultur an Bedeutung. Eine Krise kann MitarbeiterInnen emotional und mental stark belasten. Hierfür muss HR ein Instrumentarium anbieten, um gemeinsam mit den Führungskräften (künftige) Kompetenzträger zu identifizieren und zu binden.  

In der Krise müssen Grundwerte und -überzeugungen (z.B. Übernehme von Verantwortung) sehr klar zum Ausdruck gebracht werden, um Orientierung zu bieten und Fehlverhalten adressierbar zu machen. Umso wichtiger ist es, dass HR und Führungskräfte gezielt Maßnahmen ergreifen, um Unternehmenskultur und das Teamgefühl zu stärken. Eine Krise eignet sich auch als Assessment Center für die Führungsmannschaft von morgen. 

4. HR-Reporting und People Analytics 

Reporting und Analytics spielt eine entscheidende Rolle, um die Auswirkungen der Krise auf Unternehmen und Belegschaft zu steuern. Hier sind einige zentrale Reports bzw. Analysen: 

  • Fluktuationsprognosen: Identifizieren von Abwanderungsrisiken und kritischen Personalengpässen 
  • Personalkostenanalysen: Simulation von Einsparpotenzialen mit / ohne massive Entlassungen (z.B. Anpassung / Aussetzung von Vereinbarungen) 
  • Personalplanungsanalysen: Optimierung von Arbeitszeitmodellen, z. B. Kurzarbeit oder kurzfristige Sabbaticals 
  • Krankheits- und Fehlzeitenanalyse: Erkennen von Mustern, z. B. erhöhte Krankenstände 
  • Stimmungsanalysen: Mithilfe von Pulse Surveys kann das Wohlbefinden der Belegschaft bewertet werden 

In der Krise werden die analytischen Schwächen vieler HR-Bereiche offensichtlich. Vermeintliche Standard-Reports binden viel Zeit in der Erstellung und noch mehr Zeit in der Analyse.  Dabei herrscht gerade in der Krise ein erhöhter Daten- / Informationsbedarf. Wichtig ist dann eine klare Priorisierung der Reporting-Anforderungen auf Basis der strategischen Ziele. Auch hier gilt, dass sich Investitionen in das „Brot und Buttergeschäft“ (z.B. automatisierte Standard-Reportings) in der Krise auszahlen. 

Leider zeigt sich oftmals erst in der Krise: Personalmanagement ist weit mehr als nur eine administrative Funktion. Es geht darum, Unternehmen und ihre MitarbeiterInnen strategisch durch unsichere Zeiten zu navigieren. Wer hier auf einen strategischen, proaktiven, flexiblen und resilienten Personalbereich zurückgreifen kann, der kann nicht nur eine Krise meistern, sondern gestärkt aus ihr hervorgehen. 

Interesse an konkreten Anwendungsfällen?

Sie möchten Ihren Personalbereich für Krisenzeiten strategisch stärken oder konkrete Maßnahmen für Ihre Organisation diskutieren? Dann sprechen Sie uns gerne an – und profitieren Sie von unserer Erfahrung in der Begleitung von Restrukturierungen und HR-Transformationen.

ConMendo GmbH
Büro Düsseldorf
Dr. Philip Hucke
Handy  +49 151 276 55 295
E-Mail philip.hucke@conmendo.de

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