COVID-19 – Die Krise als Chance

Frau Merkel hat gestern an die Menschen appelliert: „Es ist ernst; nehmen Sie es auch ernst!“. Diese Aussage bringt es auf den Punkt. Viele Unternehmen haben schnell reagiert und in einer ersten Stufe wurden Verhaltensmaßnahmen erlassen und Desinfektionsinfrastrukturen bereitgestellt. Parallel erfolgte in vielen Unternehmen der Aufbau bzw. die Initialisierung eines Krisenstabs. Die aktuellen Maßnahmen auf Bundes- und Länderebene zielen auf eine Abflachung der Neuinfektionen ab, um so einer Überlastung des Gesundheitssystems vorzubeugen; hier unterstützen die Unternehmen aktiv.

 

Die weitere Aussage von Kanzlerin Merkel „Wirksamstes Mittel gegen Coronavirus ist die Zeit“ hat die Entwicklungen der letzten Tage weiter pointiert. Diese Zeit kann genutzt werden, um die enormen Auswirkungen auf die Unternehmen abzufangen.
So werden in Stufe 2 aktuell zur Reduzierung des Ansteckungsrisikos massive strukturelle Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Wenn möglich werden Abteilungen in Home-Office Modelle überführt. Eine flächendeckende Umsetzung ist oftmals schwierig, da Tätigkeit zum Teil ortsgebunden sind oder aber die Kapazitäten von IT-Abteilungen nicht ausreichen, um in kurzer Zeit weite Teile der Belegschaft virtuell arbeitsfähig zu machen. Hier erleben wir flexible Mitarbeiter, die sich in neuen Teamstrukturen abwechselnd an gewünschten Arbeitsorten mit gebotenen Hygienemaßnahmen einfinden und versuchen, das Unternehmen so intensiv wie möglich weiterzuführen. Hierbei hilft, dass es allen so geht. Plötzlich sind Arbeitsmethoden und -modelle möglich, die bislang als nicht umsetzbar galten.
Die globale Reichweite von Corona führt außerdem dazu, dass Lieferketten unterbrochen werden, und somit Engpässe auf Lieferanten und Abnehmerseite entstehen. In letzter Konsequenz bedeutet dies die zunehmende Schließung von Unternehmensteilen in den kommenden Tagen und Wochen. Hierfür springen die Bundesregierung, EU und EZB mit Maßnahmenpaketen zur Abfederung der Auswirkungen des Coronavirus vorgelegt.
Wenn Zeit aus gesundheitlicher Sicht das wirksamste Mittel ist, was heißt dies für die Wirtschaft?
Zeit ist bekanntlich relativ. Viele Unternehmen stehen vor existenziellen Fragen mit hoher Dringlichkeit:

  • Welche (dauerhaften) Einbrüche sind auf der Ertragsseite zu erwarten?
  • Wie lange dauert es, bis die eigene Liquidität aufgebraucht ist?
  • Wie gestalten sich Kundeninteraktionen in einem virtuellen Arbeitsmodell?
  • Gibt es Möglichkeiten, die Wertschöpfungskette zu stabilisieren?

Aus wirtschaftlicher Sicht ist Zeit ein knappes Gut, da finanzielle Mittel (unabhängig ob vom Unternehmen oder vom Staat) begrenzt sind. Neben kurz- und mittelfristig stabilisierenden Maßnahmen sind daher Gedanken im Sinne einer unternehmerischen Neuausrichtung gefordert, um die Chancen, die in dieser Krise stecken, zu nutzen. Selten gibt es Zeit und Gelegenheit, „Unternehmen neu oder anders zu denken“. In Stufe 3 geht es explizit nicht nur um die Bewältigung von Risiken, sondern auch um die Bewertung von möglichen neuen Weichenstellungen unter Nutzung der gewonnen Zeit, wenn Arbeitsinhalte in der bisherigen Form aktuell nicht so bearbeitet werden können wie gewohnt. 

Welche extremen Business-Impact-Szenarien sind denkbar? Wie sehen innovative Lösungen aus? Damit erscheinen auch aktuelle Managementtrends in einem neuen Licht:

  • Digitalisierung: Welche Anwendungsfälle zeigt die Coronakrise auf, bei denen Digitalisierung einen echten Mehrwert liefert? Es geht weniger um „User Experience“ als um echte „Business Necessity“.
  • Agilität: Wie können interdisziplinäre und virtuelle Problemlösungsgemeinschaften geschaffen werden, die kurzfristig Antworten liefern? Welche Rahmenbedingungen sind hierfür erforderlich?
  • Innovation: Was sind wirklich disruptive Ansätze, um das eigene Operating Model zu verändern? Und damit gestärkt aus der Krise durchzustarten.

Es geht darum, die vorhandene Zeit gesundheits- und gewinnbringend zu nutzen. Hierfür müssen wir heute beginnen. Wie bewerten Sie die Aufstellung Ihres Unternehmens? Sprechen Sie uns gerne an und profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung.

Weitere Informationen:
Dr. Philip Hucke (Büro Düsseldorf) unter 0151 – 276 55 295 / philip.hucke@conmendo.de
Lars Putzer (Büro Frankfurt) unter 0151 – 276 55280 / lars.putzer@conmendo.de.

Beitrag teilen:

Menü